KLIMAready Konferenz: Hamburgs Unternehmen auf dem Weg zur Klimaneutralität
Wie gelingt es, klimaneutral zu werden und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben? Bei der KLIMAready Konferenz am 15. Oktober wurde deutlich: Viele Unternehmen haben längst angefangen. Jetzt kommt es darauf an, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam schneller voranzukommen.
Die Stimmung im Wälderhaus in Hamburg-Wilhelmsburg war optimistisch. Auf der KLIMAready Konferenz trafen Menschen aus Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Verwaltung aufeinander, die Klimaschutz nicht nur diskutieren, sondern konkret voranbringen wollen. Ein Gedanke zog sich durch den Nachmittag: Es braucht mehr Geschichten des Gelingens. Denn wer sieht, was andere bereits geschafft haben, erkennt leichter, was auch im eigenen Unternehmen möglich ist.
Die Konferenz im Video: https://youtu.be/on1i_RiGSRU
Klimaschutz ist eine wirtschaftliche Chance
Den Auftakt machte das Grußwort von Dr. Benno Hain, Leiter der Stabsstelle Klimaneutralität der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft. Die Stabsstelle koordiniert die Klimapolitik des Hamburger Senats und begleitet die Umsetzung der Klimaziele.
Im anschließenden Impulsvortrag stellte Prof. Hans Schäfers von der HAW Hamburg und Leiter des CC4E die wirtschaftliche Dimension der Transformation in den Mittelpunkt. Anhand einer aktuellen KfW-Studie zeigte er, wie hoch die Investitionen für die Klimaneutralität Deutschlands bis 2045 ausfallen. Demnach seien insgesamt rund sechs Billionen Euro erforderlich, wobei ein erheblicher Teil der Investitionen auch ohne die Transformation anfallen würde. Schäfers’ zentrale Botschaft: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen seit Jahren vor. Jetzt gehe es darum, vorhandenes Wissen in die Praxis zu bringen und die Umsetzung zu beschleunigen.
„Wenn ein Standort es schaffen kann, dann Hamburg“
Wie Unternehmen und Stadt die Transformation voranbringen können, diskutierten Kirsten Fust, Sprecherin der Geschäftsführung der Hamburger Energiewerke, Markus Horstkötter, Geschäftsführer der Buhck Hamburg, Heino Wulff, Geschäftsführer der WULFF MED TEC GmbH, Dr. Niels Wiecker, stellvertretender Amtsleiter Hafen und Innovation der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation, sowie Prof. Hans Schäfers von der HAW Hamburg.
Dass die Transformation bereits in vollem Gange ist, zeigten die Beispiele aus der Unternehmenspraxis. Die Buhck Gruppe und WULFF MED TEC haben zahlreiche Maßnahmen umgesetzt und entwickeln diese kontinuierlich weiter. Dazu zählen unter anderem die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten, Batteriespeicher und Windkraft.
Auch mit Blick auf Hamburg als Wirtschaftsstandort überwog der Optimismus. Dr. Niels Wiecker brachte ihn auf den Punkt: „Wenn ein Standort es schaffen kann, dann Hamburg“. Kirsten Fust verwies zugleich auf die sichtbaren Veränderungen in der Stadt. Die vielen Baustellen seien Ausdruck einer Stadt im Wandel. Denn ohne Baustellen gebe es keine Veränderung und Weiterentwicklung.
Wie sich die Transformation weiter beschleunigen lässt, erläuterte Prof. Hans Schäfers mit Blick auf Digitalisierung, künstliche Intelligenz und intelligentes Energiemanagement. Sie bieten Möglichkeiten, Prozesse zu optimieren und Energie einzusparen. Dafür brauche es auch Offenheit für neue Lösungen und einen kritischen Blick auf Regeln, die sinnvolle Innovationen ausbremsen.
Was Unternehmen aus der Diskussion mitnehmen können
Auf die Frage des Moderators, womit ein Unternehmen direkt morgen anfangen kann, wurden drei konkrete Ansatzpunkte genannt. Den eigenen Status quo prüfen und Energieflüsse sowie Einsparpotenziale am Standort analysieren, den Austausch mit Unternehmen aus der Nachbarschaft suchen und kostenlose Beratungs- und Vernetzungsangebote nutzen.
Auf der KLIMAready Konferenz bot der Markt der Möglichkeiten bereits Gelegenheit, solche Angebote kennenzulernen. Vor Ort, um Unternehmen über ihre Unterstützungsangebote zu informieren waren: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Servicezentrum für industrielle Transformation in den Regionen, Servicestelle NAFIM, Projekt Wärmeplanung & Energieinfrastrukturausbau der BUKEA, Umweltpartnerschaft, EnergieBauZentrum, Competence Center for Energy Transition (CC4E), Enterprise Europe Netzwerk, Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB).
Unterstützung gab es auch bei der Gestaltung der Konferenz selbst: Mit Hilfe des Green Events Netzwerks wird eine Klimabilanz für die Veranstaltung erstellt. Die Ergebnisse werden in Kürze auf der KLIMAready-Website veröffentlicht.
Drei Deep Dives, drei konkrete Themen
Neben den übergreifenden Fragen der Podiumsdiskussion boten drei Deep Dives Gelegenheit, einzelne Themen gezielt zu vertiefen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Fotos: Björn Lingner
